Österreich verhängt Reisewarnung für Kroatien

Reisewarnung für Kroatien

Reisewarnung für Kroatien ab 17. August 2020. Wegen der der steigenden Infektionszahlen von Reiserückkehrern aus Kroatien und einem Rekord-Anstieg in Kroatien selbst, warnt Österreich erneut vor Reisen nach Kroatien. Die Reisewarnung mit der höchsten Sicherheitsstufe tritt in der Nacht laut Außenministerium auf den kommenden Montag um Mitternacht in Kraft.

Aktualisierung vom 17. Oktober: Österreich lockert Reisewarnung für Kroatien

Hinweis: Eine Reisewarnung berechtigt zu einem Gratisstorno einer gebuchten Reise. Wer seinen Urlaub dennoch weiter führt, kann an den Konsularkosten beteiligt werden, sollte es  eine Rückholaktion aus einer Region oder einem Land geben. Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot.

Eine Rückreise nach Österreich ist für Österreicher und in Österreich dauerhaft lebende Personen immer möglich.

Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, werden dringend aufgerufen heimzukehren. Dadurch ist mit erheblichen Staus an den Grenzen Richtung Österreich zu rechnen. Der ÖAMTC empfiehlt in der Nacht die Heimreise anzutreten um möglichst früh an der Grenze zu sein. In einer Weisung und dem Erlass von Innenminister und Gesundheitsminister wurde eine weitere Verstärkung der Grenzkontrollen an den betroffenen Grenzübergängen angeordnet. Schon in den vergangenen Wochen wurde die Kontrolltätigkeit schrittweise erhöht.

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Warum wurde die Reisewarnung der Stufe 6 für Kroatien ausgerufen?

Die auch in Österreich steigenden Zahlen an Corona-Infektionen (plus 303 ist der höchste Zuwachs seit Anfang April – gleichzeitig 128 Neugenesene, Reff bei 1,02) setzen sich wie auch in den vergangenen Tagen aus etlichen kleinen Clusterbildungen im familiären Bereich, aus etwa einem Viertel asymptomatischer Fälle sowie einem hohen Anteil an Reiserückkehrenden zusammen. Diese Gruppe liegt bei etwa einem Drittel aller Neuinfizierten und umfasst vorwiegend ReiserückkehrerInnen aus Kroatien. Das Alter der Infizierten sinkt weiterhin.

➡ Mehr zum Thema: Aktuelle Coronavirus Situation in Kroatien im Überblick

Warum tritt die Verhängung der Reisewarnung nicht mit sofortiger Wirkung in Kraft?

  • Betroffene Urlauber haben so eine gewisse Zeit ihre Koffer packen und heimzureisen zu können.
  • Das Gesundheitsministerium gewinnt dadurch Zeit, die Rechtsnormen zur Regelung des Reiseverkehrs zu adaptieren.

Außenminister Alexander Schallenberg über Reisen nach Kroatien

In einem Interview in der ZIB2 (Video ansehen) sprach Schallenberg darüber, dass die Entscheidung zu Kroatien nicht leicht gefallen sei. Für alle die erst in 1 oder 2 Wochen zurückreisen, gilt diese Regel:

  • Bei der Einreise nach Österreich muss ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden.
  • Das Gesundheitszeugnis muss einen negativen PCR-Test bestätigen, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf.
  • Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssen die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen.
  • Bis dann das Testergebnis vorliegt, müssen die Reiserückkehrer in Quarantäne bleiben.

Der österreichische Außenminister Schallenberg stellte aber auch klar, dass Reisewarnungen keine Reiseverbote sind, es aber in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen läge. An den österreichischen Grenzen würden Stichprobenkontrollen durchgeführt werden. Auf die Frage der Journalistin, was denn sei wenn jemand an der Grenze nicht sagt, dass er in Kroatien gewesen ist, meinte Schallenberg: Eine Falschangabe ist kein Kavaliersdelikt, es ist eine Gefährdung.

Gesundheitsminister Rudi Anschober zur Einstufung Kroatiens als Risikoland

Aktuell müssen wir leider gehäufte, Reise-indizierte Corona-Infektionsfälle von ReiserückkehrerInnen aus Kroatien feststellen. Alleine in dieser Woche werden uns von den Bundesländern rund 100 Fälle berichtet, alleine in den vergangenen 24 Stunden sogar 57. Daher wird Kroatien, analog zur Reisewarnung des Außenministeriums, ab Montag, dem 17. August, ab 00:00 Früh, in der Einreiseverordnung als Risikoland eingestuft. Das bedeutet, dass bei der Einreise nach Österreich ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden muss. Dieses Gesundheitszeugnis muss einen negativen PCR-Test bestätigen, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf. Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssen die ReiserückkehrerInnen innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen. Bis dann das Testergebnis vorliegt, müssen die ReiserückkehrerInnen in Quarantäne bleiben. Damit ist Kroatien gleich eingestuft wie andere Länder des Balkans – Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien. Ich fordere alle ReiserückkehrerInnen aus Kroatien und anderen Risikoländern auf, verantwortungsvoll zu handeln, sich selbst und alle anderen Menschen vor einer Corona-Infektion zu schützen!

Der Gesundheitsminister appelliert in diesem Sinn an alle Urlauber, auch im Urlaub konsequent die Schutzmaßnahmen wie Hygienemaßnahmen, Mindestabstand und bei größeren Menschenmengen den Mund-Nasen-Schutz zu verwirklichen. Anschober ruft alle Reiserückkehrer, die bereits in den vergangenen Tagen zurückgekommen sind oder am Wochenende aus Kroatien zurückkehren werden, auf, verstärkt auf die eigene Gesundheit zu achten, Kontakte insbesondere zu Risikogruppen zu meiden und bei Symptomen sofort 1450 zu kontaktieren und die Testangebote in Anspruch zu nehmen.

Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer begrüßt die Reisewarnung für Kroatien:

122 Neuinfektionen gibt es in Oberösterreich in den vergangen vier Tagen insgesamt. Alleine 40 Infektionen davon lassen sich in Oberösterreich auf die kroatische Urlaubsregion Makarska zurückführen. Daher danke ich der Bundesregierung für die rasche Reaktion, eine Reisewarnung zu verhängen! (…) „Die Oberösterreicher/innen tragen seit Wochen verschärfte Maßnahmen in unserem Bundesland mit, um das Coronavirus einzudämmen. Die stark steigenden Fälle der Reiserückkehrer/innen zeigen aber, dass die Gesundheitskontrollen an den Grenzen nicht ausreichen und zahlreiche neue Fälle über das Ausland eingeschleppt werden. Ich appelliere daher an das Gesundheitsministerium, hier noch konsequenter vorzugehen und vor allem auch die Ausweichrouten in den Fokus zu rücken. Wir müssen alles dafür tun, dass nicht weitere Infektionen über das Ausland nach Österreich kommen.

Covid Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer

https://www.covid19-labore.at/

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Service-für-Buergerinnen-und-Buerger.html

Bild: BMEIA

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