NewsDichter Rauch über Dalmatien: Brände in Bosnien belasten die Küste

Dichter Rauch über Dalmatien: Brände in Bosnien belasten die Küste

Dichter Rauch liegt weiterhin über Teilen der kroatischen Adriaküste und den Inseln. Besonders Mittel- und Süddalmatien waren seit Sonntag zeitweise stark betroffen. Auch weiter nördlich erreichten Rauch und Brandgeruch mehrere Inseln vor der Küste.

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Die Ursache liegt größtenteils jenseits der kroatischen Grenze in Bosnien und Herzegowina. Dort kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen mehrere große Wald- und Vegetationsbrände. Der Wind trägt den Rauch über das Gebirge bis an die Adria.

Wie stark einzelne Urlaubsorte betroffen sind, hängt dabei stark vom Wind ab. Die Lage kann sich deshalb innerhalb weniger Stunden deutlich verändern.

Rauch aus Bosnien zieht bis auf die dalmatinischen Inseln

Die kroatische Feuerwehr bestätigte am Sonntag den Ursprung der ungewöhnlichen Rauchschicht. Zahlreiche Menschen hatten wegen des Brandgeruchs und der eingeschränkten Sicht angerufen.

Nach Angaben der Hrvatska vatrogasna zajednica zog Rauch von Bosnien und Herzegowina Richtung Küste. Die Feuerwehr meldete aktive Brände unter anderem bei Tomislavgrad, Bileća und Nevesinje. Der Rauch erreichte Gebiete von Imotski bis zur Küste und den Inseln.

Am Montag blieb die Entwicklung jedoch regional sehr unterschiedlich. Einige Gebiete meldeten bessere Luft, während sich die Situation andernorts zunächst verschärfte.

Auf Pašman wurde der Rauch am Montag zunächst dichter


Auf der Insel Pašman nahm der Rauch am Montagvormittag nochmals deutlich zu. Eine dichte Rauchschicht reduzierte zeitweise die Sicht über der Insel und dem Meer.

Wir sind derzeit selbst in der Region rund um Biograd na Moru unterwegs und konnten die Entwicklung am Montag unmittelbar beobachten.

Auch der typische Geruch verbrannter Vegetation war deutlich und anhaltend wahrnehmbar. Dadurch entstand teilweise der Eindruck, ein Feuer könnte direkt auf Pašman brennen.

Erst nach Mittag änderte sich die Windströmung über der Insel merklich. Anschließend begann der Wind, die dichte Rauchschicht langsam wieder zu verteilen.

Die Beobachtungen auf Pašman zeigen die stark lokalen Unterschiede besonders deutlich. Eine allgemeine Entwarnung für ganz Dalmatien war am Montag deshalb nicht möglich.

Der kroatische Wetterdienst erwartete tagsüber einen Wechsel der Windrichtung an der Adria. Nach morgendlicher Bora sollten später westliche und nordwestliche Winde einsetzen.

In Split besserte sich die Luft – Rauch blieb aber wahrnehmbar

Im Raum Split verbesserte sich die Situation im Tagesverlauf insgesamt deutlich. Die Konzentration schädlicher Partikel sank gegenüber den hohen Werten vom Sonntag.

Der zuständige Gesundheitsdienst meldete am Montagabend erheblich niedrigere Feinstaubkonzentrationen. Trotzdem blieben Rauch und Brandgeruch an verschiedenen Küstenabschnitten weiterhin wahrnehmbar.

Am Sonntag hatte die Gespanschaft Split-Dalmatien noch deutlich erhöhte Feinstaubwerte gemeldet. Die Behörden bezogen ihre Hinweise ausdrücklich auch auf die Inseln der Region.

Die Werte betrafen besonders die kleinen Partikel PM2,5 und PM10. Diese Partikel können Augen, Schleimhäute und Atemwege reizen.

Im Raum Dubrovnik blieb die Belastung höher

Während sich die Lage um Split besserte, blieb Süddalmatien stärker betroffen. Besonders im Raum Dubrovnik registrierten Messstellen am Montag weiterhin schlechtere Luft.

Der dortige Gesundheitsdienst empfahl bei hohen Messwerten weniger Aufenthalt im Freien. Wer empfindlich reagiert, sollte klimatisierte Innenräume bevorzugen. (Hrvatska radiotelevizija)

Damit zeigte sich erneut, wie stark der Wind die Rauchverteilung beeinflusst. Ein Küstenabschnitt kann klare Sicht haben, während weiter südlich dichter Rauch liegt.

Großbrand zwischen Tomislavgrad und Prozor-Rama bleibt aktiv

Besonders groß ist derzeit der Brand zwischen Tomislavgrad und Prozor-Rama. Das Feuer hatte sich zuvor aus dem Gebiet von Kupres weiter ausgebreitet.

Am Montagabend waren nach Angaben des kroatischen Rundfunks rund 14.000 Hektar betroffen. Das gesamte Brandgebiet erstreckte sich über mehr als 20 Kilometer.

Besonders kritisch blieb die Lage Richtung Vran-Gebirge. Dort droht das Feuer weiterhin auf größere Waldflächen überzugreifen. Teile des Brandgebietes konnten Einsatzkräfte allerdings bereits unter Kontrolle bringen.

Kroatien unterstützte die bosnisch-herzegowinischen Einsatzkräfte erneut mit zwei Canadair-Löschflugzeugen. Bereits am Vormittag waren beide Maschinen über dem Gebiet von Prozor-Rama im Einsatz.

Solange große Flächen weiter brennen, kann erneut Rauch Richtung Adriaküste ziehen.

Warum erreicht der Rauch die kroatische Küste?

Für die ungewöhnlich starke Rauchentwicklung spielt die Windrichtung eine entscheidende Rolle. Nordöstliche Strömungen transportierten Rauch vom bosnischen Hinterland Richtung Adriaküste.

Meteorologe Zoran Vakula erklärte gegenüber HRT, dass besonders die Bora dafür verantwortlich war. Sie transportierte Rauch über große Entfernungen Richtung Dalmatien und Adriatisches Meer.

Der nachmittägliche Maestral konnte die Rauchschicht zunächst nicht vollständig zurückdrängen. Erst veränderte Strömungen sorgten regional für bessere Sicht und sauberere Luft.

Dadurch erklärt sich auch die unterschiedliche Entwicklung auf Pašman, in Split und Dubrovnik.

Bedeutet Rauch automatisch einen Brand in der Nähe?

Nein. Dichter Rauch und starker Brandgeruch bedeuten derzeit nicht automatisch einen lokalen Waldbrand.

Die Rauchwolken können mehrere hundert Kilometer durch verschiedene Luftschichten transportiert werden. HRT berichtet von einer Ausbreitung über große Entfernungen innerhalb weniger Stunden.

Die kroatische Feuerwehr bat deshalb darum, ihre Leitungen nicht allein wegen Fernrauch anzurufen. Zahlreiche Anrufe hatten die Notrufleitungen am Sonntag bereits zusätzlich belastet.

Siehst Du allerdings Flammen, einen klaren lokalen Brandherd oder eine neue Rauchsäule, solltest Du reagieren. In Kroatien erreichst Du die Feuerwehr unter 193, außerdem gilt der Notruf 112.

Was Urlauber bei dichtem Rauch beachten sollten

Gesunde Erwachsene müssen bei mäßiger Belastung meist keine größeren Probleme erwarten. Dichter Rauch kann trotzdem Augen, Hals und Atemwege deutlich reizen.

Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten vorsichtig bleiben. Der Gesundheitsdienst empfiehlt diesen Gruppen, starke Rauchbelastung möglichst zu meiden.

Bei deutlich sichtbarem Rauch solltest Du anstrengenden Sport im Freien reduzieren. Schließe Fenster, wenn Rauch oder Brandgeruch in Deine Unterkunft zieht.

Auch längere Wanderungen und Fahrradtouren solltest Du bei schlechter Sicht verschieben. Prüfe die örtliche Situation erneut, bevor Du am nächsten Morgen startest.

Müssen Urlauber ihre Reise nach Dalmatien ändern?

Aktuell gibt es wegen des Rauchs keinen allgemeinen Grund, Dalmatien zu meiden. Der Rauch stammt vielerorts nicht von einem Feuer am jeweiligen Urlaubsort.

Die Lage kann allerdings von Insel zu Insel deutlich unterschiedlich ausfallen. Pašman zeigte am Montag, wie schnell sich die Sicht verschlechtern kann.

Wer empfindlich auf Rauch reagiert, sollte deshalb aktuelle Luftwerte und lokale Hinweise beachten. Das gilt besonders für Familien mit Kindern und Menschen mit Atemwegsproblemen.

Wie entwickelt sich die Rauchlage weiter?

Eine verlässliche Prognose für mehrere Tage ist derzeit kaum möglich. Entscheidend bleiben die Brände in Bosnien und die jeweilige Windströmung.

Am Montagabend brannte das große Feuer zwischen Tomislavgrad und Prozor-Rama weiterhin. Einsatzkräfte hatten zwar Teilbereiche gesichert, doch die Gefahr war noch nicht gebannt.

Ändert der Wind erneut seine Richtung, kann wieder mehr Rauch Dalmatien erreichen. Ebenso können westliche oder nordwestliche Winde die Luft an der Küste rasch verbessern.

Kurz gesagt: Der Rauch über Dalmatien stammt derzeit überwiegend aus Bosnien und Herzegowina. Die Belastung schwankt lokal stark und kann sich innerhalb weniger Stunden verändern. Auf Pašman verschlechterte sich die Sicht am Montagvormittag deutlich, bevor der Rauch nach Mittag langsam abzog.

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