Unterstützung für Kroatien nach Erdbeben

Erdbebenhilfe Kroatien Feuerwehr

Nach dem schweren Erdbeben in Kroatien am 29. Dezember 2020 haben viele Länder ihre Hilfe angeboten. Das schwere Erdbeben und mehr als 300 Nachbeben in Kroatien haben Häuser, Krankenhäuser und Kirchen zerstört. Vor allem in den Städten Sisak und Petrinja, aber auch in vielen Dörfern und kleinen Ortschaften herrschen verheerende Zustände.

Die am stärksten vom Beben betroffenen Orte befinden sich in einem extrem strukturschwachen Gebiet des Landes. Heute leben nur noch alte, alleinstehende Menschen in den Dörfern. Infrastruktur, Krankenhäuser und Straßen wurden in den letzten 30 Jahren vernachlässigt, was auch die besonders starken Schäden erklärt.

so Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich

In einer gemeinsamen Aktion des Innenministeriums, des Bundesheeres und den Feuerwehren aus der Steiermark und Niederösterreich wurden 80 beheizbare Schlafcontainer, für 640 Personen noch am 30. Dezember 2020 Nacht von Österreich nach Kroatien transportiert.

Diese Container des Innenministeriums, welche im Rahmen der Bewältigung der Flüchtlingskrise 2015 angeschafft wurden, werden in den Kasernen des Bundesheeres gelagert und gewartet. Die Feuerwehren aus der Steiermark und Niederösterreich unterstützen nun unbürokratisch und schnell diesen Transport der Container nach Kroatien.

Wir haben unsere Hilfe für die Betroffenen in Kroatien angeboten und freuen uns jetzt gemeinsam mit BMI und Feuerwehren diese dringend notwendige Hilfe schnellstmöglichst vor Ort, in Form von Unterkunftscontainern liefern zu können. Wir stehen weiterhin für rasche Hilfe auch mit unseren AFDRU-Kräften bereit, welche schon öfters bei internationalen Erdbebenkatastrophen erfolgreich eingesetzt wurden.

so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Die Austrian Forces Disaster Relief Unit – AFDRU wird aus Freiwilligen des Aktiv- und Milizstandes aufgestellt und im Bedarfsfall durch zivile Spezialisten wie z.B. Rettungshundeführer ergänzt. Das Kontingent besteht aus einem Führungs- und einem Versorgungselement sowie einem Einsatzelement, das entsprechend dem Anlassfall aus Rette und Berge-, Spür-, Dekontaminations-, Trinkwasseraufbereitungs- und zusätzlichen Pioniergruppen gebildet wird.

Alpen-Adria-Allianz: 60.000 Euro für Erdbebenopfer in Kroatien

Über das Netzwerk der Alpen-Adria-Allianz kommen auf gemeinsame Initiative von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, seines Amtskollegen im Burgenland Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und des steirischen Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer 60.000 Euro an Soforthilfe für die Erdbebenopfer in Kroatien. Die drei österreichischen Mitgliedsbundesländer Kärnten, Steiermark und Burgenland steuern dafür je 20.000 Euro bei. Das teilten Kaiser, Doskozil und Schützenhöfer am 31. Dezember gemeinsam mit.

Hilfe rollt von Österreich nach Kroatien

Mit 9 LKW Sattelzügen, etlichen Klein LKWs und Bezirksfeuerwehren aus der Umgebung Preding, Laßnitzhöhe, Zettling und noch einigen von der Freiwilligen Feuerwehr ging es mit Hilfsgütern in einem Konvoi ins Erdbeben Gebiet SISAK und PETRINJA Kroatien. An der Grenze und an den Mautstellen kam die Hilfe ohne Probleme durch, da die slowenische und kroatische Feuerwehr / Polizei den Konvoi mit Blaulicht begleitete.

 

Caritas: Es braucht Unterstützung beim Wiederaufbau

Ich begegne weinenden, traurigen, nachdenklichen und hoffnungslosen Menschen. Viele haben ihre Wohnungen verloren und bleiben Tag und Nacht im Freien, übernachten in Autos, in Zelten und Gemeindesälen. Am schwierigsten ist die Lage in den ländlichen Gebieten.

berichtet Marko Cvitkušić, Generalvikar der Diözese Sisak, der die Hilfe der Caritas vor Ort koordiniert, von verzweifelten Menschen in den betroffenen Regionen.

Innerhalb kürzester Zeit wurden von der Caritas Zagreb und der Caritas Sisak Freiwilligentrupps zusammengestellt, die vor allem die Menschen in den ländlichen vom Beben betroffenen Gebieten aufsuchen. Täglich sind 200 Freiwillige unterwegs, mittlerweile konnten so ca. 2.500 Betroffene erreicht werden. Neben der Feststellung der Schäden und des Bedarfs werden den Betroffenen Lebensmittelpakete, Hygienematerial, warme Kleidung und was immer gerade am notwendigsten ist zur Verfügung gestellt.

Es gibt zahlreiche Hilfsinitiativen, hunderte Freiwillige helfen den Menschen, wo sie können. Der Bedarf an Sachspenden sei ausreichend gedeckt, beschädigte Straßen machen die Verteilung von Sachspenden aber schwierig. Zudem gibt es aufgrund der Zerstörung vieler Gebäude wenige Lagerplätze. Deshalb bittet die Caritas um Geldspenden und Unterstützung beim Wiederaufbau. Nach Koordination mit den Gemeinden und anderen Initiativen will sich die Caritas mittelfristig auf die Unterstützung von besonders vulnerablen DorfbewohnerInnen konzentrieren.

Die Menschen wollen ihre zerstörten Häuser nicht verlassen, weil sie ihr Anwesen und Vieh versorgen müssen oder auch aus der Angst vor Plünderungen. Somit übernachten sie in den Kellern der zerstörten Häuser, in Autos oder unter provisorischen Nylon- oder Planendächern.

Hilfe bei der Renovierung von beschädigten Häusern soll einerseits durch Gutscheine für Baumaterialien erfolgen, aber auch durch die Organisation von Bautrupps, die vor allem älteren Menschen bei der Renovierung helfen sollen. Weiters ist geplant, beheizbare Wohncontainer aus Holz als Übergangswohnmöglichkeit bereitzustellen und den Menschen somit zu ermöglichen, bei ihren Häusern, Tieren und Gärten zu bleiben.

Caritas Spendenkonto:

Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560
BIC GIBAATWWXXX
Kennwort: Erdbeben Kroatien
Online-Spenden: www.caritas.at/erdbeben-kroatien

Weitere Informationen:

zamg.ac.at

Hilfskonvois für Kroatien (Beitrag tvthek.orf.at)

Fotocredit: Matzhold Johannes/Feuerwehr

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