Auf der kroatischen Insel Brač kämpfen Feuerwehrleute weiterhin gegen einen großen Waldbrand. Oberhalb von Milna flammte das Feuer am Montag erneut auf. Auch bei Sevid auf dem Festland waren zuletzt zahlreiche Einsatzkräfte beschäftigt.
Für Urlauber auf Brač bleibt die Lage deshalb weiter aufmerksam zu verfolgen. Besonders betroffen ist der westliche Teil der Insel rund um Ložišće und Milna.
Mehr als 200 Feuerwehrleute auf Brač im Einsatz
Am Montagnachmittag kämpften 204 Feuerwehrleute mit 58 Löschfahrzeugen gegen die Flammen. Zwei Air-Tractor-Löschflugzeuge unterstützten die Einsatzkräfte bereits aus der Luft. Zwei Canadair CL-415 sollten zusätzlich zum Brandgebiet starten.
Der Brand begann bereits am Abend des 10. September bei Ložišće. Er erfasste Macchia, niedrige Vegetation und Wald in schwer zugänglichem Gelände.
Am Sonntag waren zeitweise 235 Feuerwehrleute mit 68 Fahrzeugen im Einsatz. Vier Canadair und drei Air Tractor unterstützten die Löscharbeiten aus der Luft.
Feuer bedrohte Milna und mehrere Buchten
Besonders kritisch entwickelte sich die Lage in der Nacht zum 13. September. Starker Wind trieb die Flammen in Richtung Milna sowie zu mehreren Küstenbuchten.
Betroffen waren vor allem die Bereiche Duboka und Osibova südlich von Milna. Dort näherte sich das Feuer auch Gebäuden des Resorts Gava.
Einsatzkräfte brachten vorsorglich Bewohner und Urlauber über den Seeweg in Sicherheit. Schiffe des Innenministeriums, der kroatischen Marine und der Hafenbehörde unterstützten die Aktion. Auch private Boote beteiligten sich an den Transporten.
Die meisten gefährdeten Gebäude konnten die Einsatzkräfte nach Behördenangaben erfolgreich schützen. Zwei Menschen kamen zur Untersuchung in das Krankenhauszentrum Split.
Touristen wurden bereits zuvor in Sicherheit gebracht
Schon während der vorherigen Nacht brachte die Feuerwehr Menschen aus gefährdeten Buchten weg. Betroffen waren unter anderem Urlauber und Bewohner aus dem Bereich Osibova.
Eine allgemeine Evakuierung der Bevölkerung ordneten die Behörden zunächst nicht an. Dennoch brachten Einsatzkräfte Menschen von Stränden und aus einzelnen Buchten nach Milna.
Zusätzlich aktivierten die Behörden das kroatische Warnsystem SRUUK für die Gemeinde Milna. Einwohner und Gäste erhielten per SMS Hinweise zur aktuellen Gefahrenlage.
Starke Bora erschwert die Löscharbeiten
Der kräftige Bora-Wind erschwert den Einsatz auf Brač seit mehreren Tagen erheblich. Er kann Glutnester erneut entfachen und die Flammen schnell weitertragen.
Hinzu kommen dicht bewachsene und schwer erreichbare Gebiete abseits befestigter Straßen. Deshalb bleiben große Kräfte auch nach einer scheinbaren Beruhigung am Brandort.
Am 12. September schätzte die Feuerwehr die betroffene Fläche auf rund 1.500 Hektar. In der Nacht standen damals 134 Feuerwehrleute mit 36 Fahrzeugen im Einsatz.
Feuer bei Bol inzwischen gelöscht
Während des Einsatzes bei Ložišće brach am Sonntag ein weiterer Brand oberhalb von Bol aus. Feuerwehrleute und ein Canadair griffen auch dort ein.
Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr konnte dieser Brand inzwischen gelöscht werden. Die Kräfte konzentrieren sich deshalb wieder stärker auf den Bereich Ložišće und Milna.
Auch bei Sevid brannte die Vegetation
Nicht nur Brač war am Wochenende betroffen. Bei Sevid westlich von Trogir brach am Sonntagnachmittag ein weiterer größerer Vegetationsbrand aus.
Das Feuer erfasste rund 20 Hektar Gras, niedrige Vegetation und Macchia. Insgesamt kämpften 95 Feuerwehrleute mit 29 Fahrzeugen gegen die Flammen.
Drei Canadair und ein Air Tractor unterstützten die Einsatzkräfte zeitweise. Die Feuerwehr konnte das Feuer am Sonntagabend gegen 21:15 Uhr eindämmen. Anschließend blieben Einsatzkräfte für Nachlöscharbeiten über Nacht vor Ort.
Was Urlauber auf Brač jetzt beachten sollten
Wer derzeit im Westen von Brač unterwegs ist, sollte lokale Hinweise genau verfolgen. Das gilt besonders rund um Milna, Ložišće, Bobovišća, Osibova und Duboka.
Meide abgesperrte Straßen und fahre nicht in die Nähe der Brandgebiete. Auch kurze Stopps für Fotos können Zufahrten für Einsatzfahrzeuge blockieren.
Die Feuerwehr bittet ausdrücklich darum, sich nicht den Brandstellen zu nähern. Urlauber sollen den Anweisungen von Feuerwehr, Polizei und anderen Einsatzkräften folgen.
Bei starkem Wind kann sich die Lage innerhalb kurzer Zeit verändern. Prüfe deshalb vor Ausflügen die aktuelle Situation direkt vor Ort.
Entdeckst Du Rauch oder Feuer, erreichst Du in Kroatien die Feuerwehr unter 193. Über den europäischen Notruf 112 erreichst Du ebenfalls die zuständigen Stellen.






























