NewsWaldbrände in Kroatien: Das müssen Reisende wissen

Waldbrände in Kroatien: Das müssen Reisende wissen

Mehrere Wald- und Vegetationsbrände beschäftigen derzeit die Feuerwehr an Kroatiens Adriaküste. Besonders schwer traf es die Region um Omiš südlich von Split. Weitere Einsätze laufen auf Pelješac, Dugi Otok und im Dinara-Gebirge. Für Reisende gilt deshalb: Die Lage unterscheidet sich stark von Ort zu Ort.

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Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr hat sich die Situation beim Großbrand nahe Lokva Rogoznica inzwischen verbessert. Dennoch laufen dort weiterhin Nachlöscharbeiten und Kontrollen entlang der Brandgrenzen. Auch an anderen Brandorten bleiben Einsatzkräfte vor Ort.

Großbrand bei Omiš fordert ein Todesopfer

Der schwerste Brand der vergangenen Tage brach am Abend des 13. August bei Lokva Rogoznica aus. Der Ort liegt wenige Kilometer südöstlich von Omiš an der dalmatinischen Küste.

Starker Wind trieb das Feuer schnell durch Grasland, niedrige Vegetation und Kiefernwald. Die Flammen erreichten auch bewohnte Gebiete und beschädigten zahlreiche Gebäude und Fahrzeuge.

Nach Angaben der Feuerwehr verbrannten rund 1.000 Hektar Fläche. Am 15. August waren insgesamt 253 Feuerwehrleute mit 83 Fahrzeugen im Einsatz. Mehrere Canadair-Löschflugzeuge und Air Tractor unterstützten die Kräfte am Boden.

Die Behörden meldeten 43 Verletzte, darunter drei Feuerwehrleute. Rund 2.500 Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen und kamen vorübergehend in Notunterkünften unter. Ein Mensch kam bei dem Brand ums Leben.

Schäden an Häusern meldeten die Behörden unter anderem aus Ivašnjak, Staro Selo, Pod Vajle, Nemira, Stanići und Medići.

Lage zwischen Lokva Rogoznica und Omiš verbessert sich

Für Urlauber in der Region ist vor allem die aktuelle Entwicklung wichtig. Die Feuerwehr meldete am Nachmittag des 15. August eine deutlich bessere Lage.

Die Einsatzkräfte bearbeiten weiterhin abgebrannte Gebäude und sichern die Grenzen des Brandgebiets. Ein Canadair unterstützte die Löscharbeiten am Vormittag. Ein Hubschrauber sollte anschließend das weitläufige Gebiet aus der Luft kontrollieren.

Damit ist der Einsatz jedoch noch nicht abgeschlossen. Glutnester können sich bei Wind erneut entzünden. Reisende sollten deshalb Absperrungen beachten und betroffene Gebiete nicht eigenständig betreten.

Waldbrand auf Pelješac: Nachlöscharbeiten bei Kuna Pelješka

Auch auf der Halbinsel Pelješac kämpfen Feuerwehrleute weiterhin gegen die Folgen eines größeren Brandes. Das Feuer bei Kuna Pelješka brach am Morgen des 14. August aus.

Nach Angaben der Feuerwehr verbrannten dort rund 500 Hektar Kiefernwald. Zeitweise kämpften etwa 250 Feuerwehrleute mit 73 Fahrzeugen gegen die Flammen. Löschflugzeuge unterstützten den Einsatz.

Die Lage entwickelte sich anschließend günstiger. Feuerwehrleute konzentrieren sich inzwischen vor allem auf schwer zugängliche Bereiche in den Hügeln.

Am 15. August transportierte ein Hubschrauber Wassertanks in das Gelände. Gegen Nachmittag entstand erneut Rauch. Ein Canadair startete daraufhin vorsorglich, musste wegen der verbesserten Lage aber nicht mehr eingreifen.

Dugi Otok: Feuer bei Savar erneut aufgeflammt

Auch auf Dugi Otok vor der Küste von Zadar bleibt die Situation angespannt. Ein Vegetationsbrand nahe Savar flammte am 15. August erneut auf.

Das Feuer erfasst dort Gras, niedrige Vegetation und Macchia. Sämtliche verfügbaren Kräfte arbeiteten am Boden. Mehrere Canadair und Air Tractor unterstützten die Feuerwehr aus der Luft.

Die Feuerwehr konnte Gebäude auf der Insel nach eigenen Angaben schützen. Die Löscharbeiten dauerten am Nachmittag jedoch weiterhin an.

Urlauber auf Dugi Otok sollten lokale Hinweise besonders aufmerksam verfolgen. Wind kann die Situation innerhalb kurzer Zeit verändern.

Weitere Brände bei Galovac und auf der Dinara

Bei Galovac südöstlich von Zadar brach am 15. August ebenfalls ein Vegetationsbrand aus. Insgesamt 22 Feuerwehrleute und acht Fahrzeuge rückten aus.

Drei Canadair und zwei Air Tractor unterstützten die Löscharbeiten. Wegen der günstigen Entwicklung konnten die Flugzeuge am Nachmittag wieder abdrehen.

Schwieriger gestaltet sich der Einsatz im Dinara-Gebirge an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Dort erreichte ein Feuer aus dem Nachbarland kroatisches Gebiet.

Das schwer zugängliche Gelände erschwert den Einsatz erheblich. Neben Feuerwehrleuten kämpfen auch speziell ausgebildete Angehörige der kroatischen Armee gegen die Flammen. Löschflugzeuge unterstützen sie aus der Luft.

Zahlreiche Brände in Kroatien prägen den Sommer 2026

Die aktuellen Feuer sind kein Einzelfall. Seit Anfang Juli mussten kroatische Feuerwehren immer wieder größere Vegetationsbrände bekämpfen.

Betroffen waren unter anderem Hvar, Vis, Čiovo, Korčula, Brač, Mljet, Pelješac, Istrien sowie die Regionen Zadar und Šibenik. Oft fachten hohe Temperaturen, trockene Vegetation und starke Winde die Brände an.

Besonders große Flächen verbrannten im Juli auf Korčula und Hvar. Bei Blato auf Korčula meldete die Feuerwehr zeitweise eine Brandfläche von mehreren hundert Hektar. Auch bei Ivan Dolac auf Hvar zerstörte ein Feuer rund 200 Hektar Vegetation.

Für Reisende bedeutet das jedoch nicht, dass ganze Urlaubsregionen unzugänglich sind. Waldbrände treten meist räumlich begrenzt auf. Ihre Auswirkungen können wenige Kilometer entfernt bereits deutlich geringer sein.

Was Reisende bei Waldbränden beachten sollten

  • Wenn Du derzeit an Kroatiens Küste unterwegs bist, solltest Du lokale Warnungen ernst nehmen. Besonders bei starkem Wind kann sich ein Vegetationsbrand innerhalb kurzer Zeit ausbreiten.
  • Fahre niemals in gesperrte Gebiete und behindere keine Einsatzfahrzeuge auf Zufahrtsstraßen. Folge den Anweisungen von Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz auch ohne sichtbare Flammen. Das gilt ebenfalls, wenn Deine Unterkunft eine schnelle Evakuierung anordnet.
  • Vermeide jedes offene Feuer in der Natur und beachte örtliche Verbote konsequent. Wirf Zigaretten niemals in die Landschaft oder aus dem geöffneten Autofenster. Auch beim Wandern solltest Du gesperrte Waldgebiete meiden und lokale Hinweise prüfen.
  • Gerätst Du in die Nähe eines Waldbrandes, versuche keinen größeren Brand selbst zu löschen. Verlasse das gefährdete Gebiet auf den von den Einsatzkräften angegebenen Wegen. Bei einer Evakuierung zählt Deine Sicherheit mehr als Gepäck oder andere Gegenstände.
  • Entdeckst Du Rauch oder ein Feuer, erreichst Du die kroatische Feuerwehr unter 193. Über den europäischen Notruf 112 erreichst Du ebenfalls die zuständigen Einsatzstellen.

Was gilt für gebuchte Reisen?

Ein Waldbrand berechtigt nicht automatisch zu einer kostenlosen Stornierung. Bei einer Pauschalreise kann ein kostenfreier Rücktritt möglich sein, wenn außergewöhnliche Umstände die Reise erheblich beeinträchtigen. Dabei müssen der Brand und Dein konkretes Reiseziel räumlich und zeitlich zusammenhängen.

Brennt es beispielsweise in einer anderen Region Kroatiens, reicht das allein nicht aus. Liegt die Abreise noch mehrere Wochen entfernt, solltest Du zunächst die Entwicklung abwarten.

Bist Du bereits am Urlaubsort, kontaktiere bei erheblichen Einschränkungen Deinen Reiseveranstalter. Je nach Situation können Ersatzleistungen, eine Preisminderung oder ein Reiseabbruch infrage kommen.

Für einzeln gebuchte Flüge, Hotels oder Ferienwohnungen gelten andere vertragliche Regeln. Prüfe deshalb die jeweiligen Buchungsbedingungen und wende Dich direkt an den Anbieter.

Vor der Weiterfahrt aktuelle Lage prüfen

Gerade bei Reisen nach Omiš, auf Pelješac oder nach Dugi Otok solltest Du die Situation kurzfristig prüfen. Brände können Straßen vorübergehend unpassierbar machen oder Umleitungen erforderlich machen.

Entscheidend bleibt deshalb die lokale Lage am jeweiligen Urlaubsort. Die Feuerwehr meldet an mehreren großen Brandstellen inzwischen Fortschritte. Gleichzeitig zeigen die neuen Brände, dass die Gefahr entlang der Adriaküste weiterhin hoch bleibt.

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